Weihnachtliche Pflanzenmythen

Um die Weihnachtszeit ranken sich schon einige schöne Geschichten und Märchen, wie der Sterntaler oder das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Im Mittelpunkt steht natürlich die seit Jahrtausenden überlieferte Weihnachtsgeschichte mit der Geburt Christi und die Legende vom Heiligen Nikolaus. Dabei sind auch Geschichten über uns bekannte Weihnachtspflanzen wie die Christrose oder die Rose von Jericho überliefert.

 

Das Geschenk eines Hirtenjungen

Wie die Bibel besagt, sollen sich in der Nacht von Jesu Geburt die Hirten aufgemacht haben um dem Neugeborenen zu preisen. Auch ein kleiner Hirtenjunge war dabei und wollte dem kleinen Jesus etwas schenken. Da aber bereits die älteren Hirten Schafswolle und Milch als Geschenk dabei hatten, fing der Hirtenjunge an zu weinen. Er hatte nichts, was er dem Jesuskind geben könnte. Der Legende nach entstanden dort wo seine Tränen zu Boden fielen kleine weiße Blüten, die er pflückte und dem Jesuskind überreichte. Jesus segnete die Blumen daraufhin und seit jeher wachsen uns zu Weihnachten eben diese Blumen, die wir heute als Christrose kennen.

 

Eine scheinbar unsterbliche Pflanze

Kurz nach Jesus Geburt soll der damalige König Herodes einen Kindermord angeordnet haben, da ihm Gerüchte über einen neugeborenen „König der Juden“ Angst um seine Regentschaft machten. Er befürchtete vom kleinen Jesus von seinem Thron gestoßen zu werden. Jesus und seine Eltern, Maria und Joseph, flohen der Geschichte nach daraufhin nach Ägypten um den Soldaten des Königs zu entkommen. Entlang ihrer Flucht segnete Maria eine Pflanze, die Rose von Jericho. Diese scheinbar in sich zusammengerollte, vertrocknete Pflanze erblüht zu neuem Leben sobald sie in eine Wasserschale gelassen wird. Nach einiger Zeit breitet sie ihre kleinen Äste aus und färbt sich grün.

Jericho

Wie kann das sein? Trocknet die Pflanze, so stirbt sie tatsächlich. Allerdings beschützt sie durch das Zusammenrollen ihre Samen, die bei erneuter Wasserzufuhr sofort zu keimen beginnen. Der Vorgang kann beliebig wiederholt werden. Für mich ist das Leben dieser Pflanze eine schöne Metapher für Hoffnung, wo sie schon verloren zu sein scheint oder Liebe und Freundschaft, die nach guter Pflege wieder neu erblüht. Vielleicht wird ihr gerade deswegen ein christlich-religiöser Ursprung nachgesagt.

 

Küssen erlaubt!

Obwohl Mistelzweige zu den typischen Weihnachtspflanzen gehören, begeben wir uns nun schon weiter ins Jahr, in die Osterzeit. Einer Sage nach soll das Kreuz Jesu aus einem Mistelbaum gebaut worden sein. MistelBAUM? Die Pflanze soll sich so dafür geschämt haben, mitverantwortlich für eine solche Folter zu sein, dass sie sich fortan in ein kleines Gewächs verwandelt hat, das nur noch an anderen Bäumen bestehen kann und kein eigenes Leben mehr führt. Fortan wollte das Mistelgewächs den Menschen nur noch Frieden, Liebe und Glück bringen. Weshalb es in vielen Regionen der Welt Brauch ist sich unter einem Mistelzweig zu umarmen oder zu küssen.

 

Mistelzweig

Na, wer traut sich? Ein Küsschen unterm Mistelzweig bringt Glück und Liebe.

About Charlotte Löneke

Da meine Eltern und ich das Haus direkt neben meinen Großeltern haben, bin ich gleich mit zwei großen Gärten aufgewachsen – als Kind war das natürlich ein Paradies. Oft habe ich meiner Oma geholfen die Blumen zu pflanzen (sie war ein großer Fan von Stiefmütterchen) und die Früchte zu ernten, natürlich nicht ohne ausgiebig von den verschiedenen Beerensorten und Äpfeln zu naschen. Auch heute noch freue ich mich besonders auf den Sommer, wenn unser Rosenbogen wieder in sattem Rot blüht und ich die lauen Abende mit einem spannenden Buch an unserem Teich genießen kann.

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