Liköre aus dem eigenen Garten – Teil 1: Rosenlikör

Der Sommer ist die perfekte Jahreszeit für Gartenpartys und Gartenpartys sind wiederum die perfekte Gelegenheit, einen Likör aus dem eigenen Garten zu kredenzen. Den Anfang in dieser kleinen Reihe macht ein Aufgesetzter mit dem Klassiker unter den Gartenblumen, der Rose.

Die Methode, einen Likör als Aufgesetzten herzustellen, ist perfekt für Mengen von wenigen Millilitern bis hin zu mehreren Litern und das ganz simpel zu Hause. Ohne Destille, ohne Feuerzauber, mit wenigen Zutaten.

Ein Aufgesetzter braucht als Basis Folgendes:

Eine neutrale hochprozentige Spirituose (z.B. Doppelkorn, Vodka, Weißer Rum… Für die Verarbeitung von Früchten kann es auch ein Obstler sein.)
Zucker (Hier könnt ihr mit Haushaltszucker, weißem/braunen Kandis, Rohrzucker usw. experimentieren.)
Gefäß aus Glas (Bei der Abfüllung und Lagerung in Glasflaschen seid ihr immer auf der sicheren Seite. Bei Kunststoffflaschen kann man nicht sicher sein, ob sie den Geschmack beeinflussen oder sich Schadstoffe lösen.)
Zeit (Nur, wenn ihr dem Likör etwas Zeit gebt, kann er an Aroma gewinnen.)

Diese Zutaten sorgen dafür, dass dem hinzugegebenen Kraut oder der Frucht Inhaltsstoffe wie Geschmack und Farbe entzogen wird, und in die Alkoholflüssigkeit übergeht.
Im Prinzip eignet sich dazu fast alles, was einem schmeckt und der Garten hergibt. Wichtig ist, darauf zu achten, dass bei Zutaten mit viel Eigenflüssigkeit der verwendete Alkohol hochprozentig genug ist, um das Ganze haltbar zu machen.

Rosenlikör selbst aufsetzen:

Die Rosenblüten:
Die wichtigste Zutat für den Rosenlikör sind natürlich die Rosenblütenblätter. Diese sollten unbedingt ungespritzt sein, eurer Gesundheit zuliebe.
Die meisten optisch schönen Rosen haben leider heute in ihrer Zuchtform keine Dufteigenschaft mehr. Doch es gibt Rosen, die gezielt auf ihren Duft hin gezüchtet wurden, diese sind perfekt für euren eigenen Rosenlikör geeignet.
Gefüllte Duftrosen duften stärker als die einfach blühenden Varianten. Aber nicht nur die Blütenformen beeinflussen Stärke und Intensivität des Duftes, sie sind auch abhängig von der Tageszeit und dem Entwicklungsstand der Blüte. Auch das Klima und die Temperatur können dabei eine Rolle spielen.
Tolle duftende Rosen sind zum Beispiel Cuba Dance, Minerva oder Nina Rosa.

 

Rosen

Für dieses Rezept braucht ihr mindestens zwei großzügige Hände voller Duftrosenblätter. Mit 100g Blütenblättern seid ihr schon gut ausgestattet, je intensiver der Rosengeschmack des Likörs werden soll, desto mehr Blütenblätter solltet ihr verwenden. Verwendet nur die Blütenblätter, alles andere solltet ihr von den Knospen abtrennen. Wascht sie vorsichtig, bevor ihr sie in die Flasche gebt.

 

Die sonstigen Zutaten:
700ml Weißer Rum
250ml Kandiszucker (Braun)
½ Vanilleschote

Zubereitung:

Wenn alle Blütenblätter, der Zucker und die Vanille in der Flasche sind, gießt das Ganze mit dem Rum auf.
Dieser Aufgesetzte braucht 4 Wochen lang eine Lagerung bei Zimmertemperatur an einem dunklen Ort. Alle paar Tage solltet ihr den Likör kurz schütteln. Nach 4 Wochen siebt ihr die Rosenblätter ab und lagert die Flasche nun 4 weitere Wochen lang im Kühlen und Dunklen. Nach insgesamt 8 Wochen ist der Rosenlikör ausgereift.

Tipp für die Ungeduldigen:
Wer nicht so lange warten möchte, kann sich aus den Rosenblättern, etwas Wasser, der Vanille und dem Zucker auch einen Sirup kochen und diesen anschließend mit Alkohol aufgießen. Beide Varianten schmecken rosig, aber dennoch unterschiedlich.

 

Na, wer von euch plündert bald für ein Likörchen die Duftrosen?

About Daniel

Die Beiträge entstehen in Zusammenarbeit mit meiner Freundin. Beide auf einem Hof aufgewachsen genießen wir nun zusammen das Landleben mit all seinen Vorzügen. Von Feld- und Waldspaziergängen, über einen großen Garten, bis zur Gesellschaft von Hühnern und Schafen. Ein Garten kann so vieles sein, Paradies, Oase, Urwald, Arbeit, Erholung, Experimentierkasten...

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