13 Tipps für mehr nützliche Insekten im Garten

Gerade in der warmen Jahreszeit wird der eigene Garten zum beliebten Aufenthaltsort, egal ob zum Sonne tanken, im Schatten entspannen oder richtig aktiv sein. Das der Garten nicht nur uns Menschen im Sommer gut gefällt, merkt man spätestens bei dem ersten Krabbeltier im Getränk oder auf dem Kuchen.

Nicht jeder reagiert bei Insekten gelassen, gerade bei vermeintlich gefährlichen Flugungeheuern mit Stachel ist die Panikrate oft hoch.
Doch wer verantwortungsbewusst mit der Natur und seinem Garten umgehen möchte, der sollte sich unbedingt Gedanken über die nützlichen Insekten machen… Denn knapp 80% der Pflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen.
Hier findet ihr 15 Tipps und Gründe, mehr nützliche Insekten in euren Garten zu locken:

#1 Nützlinge fördern = Schädlinge bekämpfen

Wer die Nützlinge fördert, der dezimiert automatisch auch die Schädlinge.
So wie es Raubsäugetiere und Raubvögel gibt, so gibt es auch Raubinsekten. Raubmilben verspeisen mit Genuss z.B. Spinnmilben und Brombeermilben. Rosenzikaden schmecken den Raubwanzen gut.
Schlupf- und Grabwespen legen ihre Eier als Parasiten in Läuse, Zikaden, Käferlarven und Raupen. Sobald ihre Jungen schlüpfen dienen ihnen die befallenen Insekten als Futter.

#2 Nicht zu viel aufräumen – Strukturvielfalt schaffen

Für manchen mag ja ein aufgeräumter Garten das Nonplusultra der Gestaltung des eigenen Reiches sein, wer mit der Natur im Einklang leben will sollte es mit der Ordnungsliebe nicht so genau nehmen.
Lasst Totholz auch mal liegen, entfernt nicht sofort sämtliches Fallobst, legt vielleicht eine Wildblumenwiese an die nicht gemäht wird…
Schon kleine „unordentliche“ Ecken schaffen ein Insektenreich im eigenen Reich.

#3 Heimatliche Bepflanzung statt zu vieler Exoten

Jaaaa, die Exoten unter den Bäumen und Büschen sehen toll aus… aber heimische Insekten brauchen heimische Pflanzen in ihrem Lebensraum. Heimische Hölzer bieten sehr vielen Lebewesen eine gute Basis und sollten mit den Exoten ein Gleichgewicht bilden, oder sogar überwiegen.

#4 Vom Vogelkundler zum Insektenkundler

Vögel sind beliebte Gäste im Garten, doch die meisten vergessen dabei, wovon sich ein Großteil der Vögel außerhalb des Winters und der Futterhäuser ernährt…Insekten. Natürlich wählen die Vögel ihr Futter nicht danach aus ob es für uns nützliche Insekten sind oder nicht, aber jeder der die Vögel fördern möchte, sollte auch die Insekten fördern.

shutterstock_415782154

#5 Jeder mag Schmetterlinge…und wer mag Raupen?

Bei der Liebe zu Schmetterlingen vergessen die meisten, dass sie einmal Raupen waren. Viele Heimische Falter brauchen zur Eiablage „Unkräuter“. Wer auch den Raupen einen Platz geben will richtet sich im Garten eine Jäte- und Mähfreie Zone ein.

#6 In der Einfachheit liegt das Geheimnis

Kaum zu glauben, aber den meisten Insekten sind die simplen Pflanzen zum Nektarsammeln am liebsten. Viele Blumen die gefüllte oder ausgefallene Blütenstände haben sind für Nektarsammelnde Insekten oft fast nutzlos, da sie den Nektar nicht effektiv erreichen.

#7 Kompost – Dreifach nützlich

Der Kompost bietet uns nicht nur eine biologische Entsorgung unserer pflanzlichen Abfälle und liefert im Verrottungsprozess fruchtbare Erde, er ist auch Tummelplatz für zahlreiche Insekten. Ihr Werk ist der Zersetzungsprozess der für gute Komposterde sorgt.

#8 Sei kein Laubritter

Wer im Herbst jedes gefallene Blatt sorgfältig vom Rasen entfernt gibt den Insekten wenig Unterschlupf. In einem Naturnahen Garten kann darf ruhig herumliegen. Es muss ja nicht überall sein, aber über einen Laubhaufen in einer Ecke freuen sich nicht nur die Kleinstlebewesen, sondern auch der Igel.

#9 Ein kleines Biotop oder einen Gartenteich einrichten

Die Bedeutung von Feuchtzonen und Teichen, auch wenn es nur kleine sind, ist nicht zu unterschätzen. Zahlreiche Insekten verbringen einen Teil ihres Lebenszyklus im Wasser oder Feuchtgebiet.
Auch Insekten müssen trinken! Wer Bienen und Hummeln einen geeigneten Trinkbereich geben will, der richtet am Teich eine Flachwasserzone mit ca. 1cm Tiefe ein.

#10 Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt `ne kleine Wanze…

Begrünte Mauern, Steinhaufen, Trockenmauern, offene Fugen – Sie alle bieten wunderbare geschützte Nischen als Unterschlupf, Eiablageort und Überwinterungsstelle.

shutterstock_467889242

#11 Insektenhotelier sein ist nicht schwer

Inbesondere ausgewachsene Insekten benötigen zum Überwintern einen geschützten Ort. Insektenhotels kann man fertig kaufen, oder auch selber bauen. Hier findet ihr ein paar Tipps für euer DIY Projekt.

#12 Pflanzenjauche statt Giftspritze

Wer gezwungen ist den Schädlingen oder Pflanzenkrankheiten mit Pflanzenschutzmitteln zu Leibe zu rücken, der sollte unbedingt darauf achten, dass diese Nutzlingschonend sind!
Verzichtet auf Pestizide die eine flächendeckende Bekämpfungswirkung gegen Insekten haben.
Greift lieber einmal mehr zur biologischen Variante oder setzt euch selbst eine Pflanzenjauche als Hilfsmittel an.

#13 In der Ruhe liegt die Kraft…

Die Angst vor stechenden Insekten ist häufig übertrieben. Eine wirkliche Gefahr stellen sie meist nur für Allergiker dar.
Auch wenn es erstmal schwerfällt, übt euch in Gelassenheit. Frei nach dem Prinzip des gegenseitigen in Frieden Lassens. In der Regel stechen die meisten Bienen, Wespen, Hornissen, Hummeln und Co nur dann, wenn sie sich massiv bedroht fühlen und nicht aus Jux und Tollerei.

Wie sind eure Erfahrungen, nützliche Insekten anzulocken?

About Daniel

Die Beiträge entstehen in Zusammenarbeit mit meiner Freundin. Beide auf einem Hof aufgewachsen genießen wir nun zusammen das Landleben mit all seinen Vorzügen. Von Feld- und Waldspaziergängen, über einen großen Garten, bis zur Gesellschaft von Hühnern und Schafen. Ein Garten kann so vieles sein, Paradies, Oase, Urwald, Arbeit, Erholung, Experimentierkasten...

Dein Kommentar

Kommentare