Liköre aus dem eigenen Garten – Teil 2: Magenbitter

Nicht nur in Deutschland, auch in vielen anderen Kulturen gehört ein Verdauungsschnäpschen nach einem deftigen Essen mit zum Menü. Die tatsächliche Wirkung von einem Verdauungsschnäpschen hängt hauptsächlich davon ab, ob die Spirituose Kräuter enthält. Einen klassischen Magenbitter kann man mit ein bisschen Kräuterkenntnis auch ganz einfach selbst herstellen.

Was ihr dazu braucht:

Eine Flasche Korn
Ein großes Schraubglas, oder eine Flasche mit weitem Hals
Eine dunkle Glasflasche zum Umfüllen
Einen Trichter
Ein Teesieb
Zucker/Kandis/Honig: Ganz traditionell wird ein Magenbitter eigentlich fast ohne Zuckerzusatz hergestellt. Da unsere Geschmacksnerven heutzutage so viel Bitterkeit aber schon fast nicht mehr gewohnt sind, könnt ihr auf Wunsch natürlich noch Süße hinzufügen. Dies geht auch nachträglich noch. Für eine zarte Abrundung nehmt 50g braunen Kandis. Für eine mittlere Süße fangt mit 100g braunem Kandis an und für eine starke Süße steigert ihr euch auf 250g pro Kornflasche.

 

Folgende Kräuter:
75 g Tausengüldenkraut
50 g Wacholderbeeren
25 g Schafgarbenkraut
10 g Wermutkraut
3 Stk. Sternanis

Natürlich ist es immer schöner, frische Kräuter zu verwenden. Aber da nun mal nicht jeder alle Kräuter im Garten hat oder sie einfach zum Zeitpunkt der Herstellung keine Saison haben, können auch getrocknete Kräuter herhalten.
Wenn ihr die Kräuter weder in der Natur findet, noch jemanden kennt der sie im Garten hat, keine Panik. Gut sortierte Apotheken, Naturkostläden oder Teeläden bieten viele (Heil-)Kräuter in frischer, gefrorener oder getrockneter Form an.

Magenbitter

Was ihr tun müsst:

Gebt alle Zutaten in das Schraubglas oder die Flasche mit dem weiten Hals und füllt den Korn auf. Verschließt das Ganze und stellt euren Magenbitter für 2 Wochen an einen warmen Ort, wie zum Beispiel auf die Fensterbank.
Anschließend siebt ihr die Kräuter ab und füllt den Schnaps in eine dunkle Flasche um. Den fertigen Magenbitter bewahrt ihr am besten an einem kühlen Ort auf, in den Kühlschrank muss er aber nicht.
Prinzipiell verdirbt dieser Kräuterschnaps nicht, je nach Lagerung und Alter kann sich allerdings der Geschmack auf Dauer etwas verändern.

Bei diesem Magenbitter-Rezept ist die Bitterkeit ausdrücklich erwünscht, denn sie regt die Verdauung besonders an. Vom Magenbitter zum Kräuterlikör der weniger bitter ist, ist es aber nicht weit, experimentiert einfach mit den Kräutern die ihr gerne mögt, oder gerade zur Verfügung habt.
Gut eignen sich zum Beispiel Rosmarin, Salbei, Thymian, Minze oder Kamille. Die Klassiker unter den Verdauungskräutern sind natürlich Anis, Fenchel und Kümmel.
Wer gezielt noch Verdauungsfördernde Bitterkeit hervorrufen möchte, der sollte in der Apotheke nach Kalmuswurzel, Enzianwurzel oder Rhabarberwurzel fragen.

Wenn ihr mit der Alkoholsorte oder der Zuckerart experimentieren wollt, dann schaut doch kurz bei Teil 1 dieser Artikelreihe vorbei. Dort findet ihr die Grundsätze zu einem selbstgemachten Aufgesetzten erklärt.

Na, wer von euch steigt bald von der namhaften Variante mit dem Geweih auf die DIY-Version um? Viel Spaß beim Ausprobieren!

About Daniel

Die Beiträge entstehen in Zusammenarbeit mit meiner Freundin. Beide auf einem Hof aufgewachsen genießen wir nun zusammen das Landleben mit all seinen Vorzügen. Von Feld- und Waldspaziergängen, über einen großen Garten, bis zur Gesellschaft von Hühnern und Schafen. Ein Garten kann so vieles sein, Paradies, Oase, Urwald, Arbeit, Erholung, Experimentierkasten...

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