Jetzt wird’s scharf! – Teil 1: Chilipflanzen selbst ziehen

Das was wir als normale Paprika kennen, die Pflanze Capiscum annuum hat ihren Ursprung in Mexiko und dem nördlichen Mittelamerika, ihre scharfe Schwester, Capiscum frutescens, kommt aus Südamerika: Die Chili.

Wer gerne scharf isst und die Möglichkeit dazu hat, der sollte auf jeden Fall seine eigenen Chilipflanzen pflegen.
Die echten Schärfeliebhaber kennen das, da kauft man im Supermarkt etwas mit Chiligeschmack auf dem „extra scharf“ steht und dann ist es gar nicht scharf. Andersherum geht es natürlich auch, da wird man plötzlich mit einer brennenden Zunge überrascht…
Allzu günstiges Chilipulver wird oft mit bis zu 70% Salz gestreckt oder mit Zutaten die man erst recht nicht in seinem Essen haben möchte. (Salz verstärkt den Eindruck der Schärfe!)
Die Grundzutat von industriell hergestelltem Chilipulver oder Chiliflocken sind oft Gemüsepaprika, die mit konzentriertem Chiliextrakt nachträglich geschärft wurden. Bei echten Chiliflocken gleicht farblich kaum eine Flocke der anderen.
Daher lohnt sich für Chili-Liebhaber der Anbau erst richtig.

Samen früh keimen lassen:

Bei Chilis gilt: Je älter die Pflanze, desto eher reife und scharfe Früchte.
Wer sich die Arbeit des selbst vorziehens nicht machen will, oder schlichtweg zu spät dran ist, der kann auch diverse Sorten als kräftige vorgezogene Pflanzen kaufen.
Je nach Sorte kann man schon im Januar auf der warmen Fensterbank mit dem Heranziehen im Minigewächshaus beginnen, hierzu eignen sich Kokosquelltabletten sehr gut. Wenn die kleinen Chilipflanzen ihr zweites Blattpaar bekommen wird es Zeit das sie ihren eigenen Topf bekommen. Nehmt zum ersten Eintopfen nicht zu große Töpfe, für den Anfang reichen z.B. auch mit Löchern präparierte leere Quarkbecher. Wenn euch die Wurzeln aus den Löchern entgegen kommen, dann könnt ihr ans finale Umtopfen denken.

Einzelne Pflanzen lieber im Topf als im Freiland:

Chilipflanzen setzt man am besten einzeln in einen Kübel der um die 10-20 Liter fasst. Im Kübel wurzeln sie nicht so unkontrolliert weitläufig und stecken ihre Energie in das Oberirdische Grün.
Dies macht sie zur idealen Terrassen- und Balkonpflanze. In einen großen Mörtelkübel (natürlich mit Löchern im Boden) könnt ihr auch mehrere Pflanzen einer Chilisorte mit etwas Abstand zueinander pflanzen. Füllt Kompost, Pferdemist oder etwas Hornspäne mit in den Topf, dann erspart ihr euch das Düngen.
Wichtig: Die Pflanzen erst nach draußen stellen, wenn auch Nachts kein Frost mehr zu erwarten ist.
Achtung: Man sieht es ihnen vielleicht nicht an, aber Chilis können mitunter großen Durst haben. Achtet darauf das sie weder zu trocken sind, noch Staunässe im Topf aufkommt. Wie bei allen anderen Pflanzen gilt auch hier die goldene Regel: Nicht in der Sonne gießen.

Chilipflanzen

Ernten:

Informiert euch über die Sorten die ihr pflegt, so braucht ihr euch nicht über eventuelle Abweichungen wundern. Es gibt so viele verschiedene Sorten der Chili, von kleinbleibenden buschigen Pflanzen, über hochgewachsene blattarme, bis Früh- und Spätblüher ist alles dabei. Gerade die sehr scharfen Sorten brauchen in der Regel länger als ihre milden Artgenossen, sie sind eher Spätentwickler. Chilipflanzen mit mittelgroßen & mittelscharfen Schoten bereiten im Durchschnitt früh essbare Schoten und das auch bis zum ersten Frost im Herbst.

Vom Winter überrascht?

Ihr habt ein paar Spätentwickler im Topf die noch im Herbst Blüten und unreife Schoten tragen?
Keine Panik! Wenn ihr die Pflanzen vor dem Frost retten wollt, holt sie einfach zu euch ins Haus und stellt sie an einen warmen Fensterplatz. Die unreifen Schoten können so noch ausreifen und mit etwas Hilfe beim Bestäuben (z.B. mit einem Pinselchen) können auch die Blüten noch Früchte tragen.  Manche Sorten eignen sich sogar zur völligen Überwinterung.

Na, wer von euch ist auch der Chili verfallen?

In den nächsten beiden Blogartikeln zum Thema Chili erfahrt ihr mehr über verschiedene Sorten und was ihr alles mit den geernteten Schoten anstellen könnt. Seid gespannt!

 

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