Achtung bei der Ernte: Bitteres Gemüse kann giftig sein!

Zur Hochsaison der Ernte aus dem eigenen Garten warnen die Medien immer wieder vor bitterem Gemüse und seiner potenziellen Giftigkeit. Hier erfahrt ihr in Kürze worum es dabei eigentlich geht und worauf ihr achten solltet.

Bitteres Gemüse… da denkt man gleich an Radicchio, Artischocken, Rucola, Chicorée, Endivien und Co., doch deren Bitterstoffe sind prinzipiell etwas Gutes.
Gesunde und gewollte Bitterstoffe wirken Verdauungsanregend, können die Fettverbrennung im Körper begünstigen und Leber und Galle in Schwung bringen.
Doch wenn das, was wir sonst nicht mit bitterem Aroma kennen, plötzlich bitter schmeckt, dann sollte man vorsichtig sein.

Übeltäter Cucurbitacin:

Die ungewollte Bitterkeit betrifft hauptsächlich Kürbisgewächse. Sprich Kürbisse, Gurken, Zucchini und Melonen.
Aus den Früchten der Kürbisgewächse die man im Supermarkt kaufen kann sind die Bitterstoffe soweit rausgezüchtet, beziehungsweise genetisch unterdrückt, dass sie eine Seltenheit sind. Dies bezieht sich hauptsächlich auf die Cucurbitacine genannten Bitterstoffe. Diese reizen die Magenschleimhaut so stark, dass je nach verzehrter Menge Beschwerden von Unwohlsein über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten können. Das schlimmste, was nach Verzehr von Cucurbitacin auftreten kann sind blutige Durchfälle, die lebensbedrohlich sein können. Sucht auch bei bloßem Verdacht einer Vergiftung unbedingt einen Arzt auf!

So vermeidet ihr ungewollt bitteres Gemüse:

Besonders gefährdet für die gefährlichen Bitterstoffe sind Früchte deren Pflanzen Mutationen, Kreuzungen oder Rückkreuzungen zur bitteren Wildform erfahren haben. Die wenigsten Hobbygärtner werden dies als Ziel haben, diese genetischen Veränderungen passieren unfreiwillig und meist optisch unbemerkt.
Um ganz sicher zu gehen verwendet für eure nächste Aussaat nur Saatgut mit geprüfter Herkunft! Gerade bei Saatgut aus selbstgezogenen Früchten ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie eine genetische Veränderung durchlebt haben.
Bitte pflegt in eurem Garten keine Zierkürbissorten neben Speisekürbisgewächsen!
Dies erhöht die Kreuzungschancen der beiden Sorten ungemein und macht sie zu einer unnötigen Gefahr.
Forschungen zufolge kann auch Stress für die genetische Aktivierung der Bitterstoffe verantwortlich sein. So können zum Beispiel eine längere Trockenheit oder große Hitze diese auslösen.
Auch verletzte Triebe können dafür sorgen, dass die Früchte bitter werden. Achtet bei jedem Gang durch das Beet gut darauf nicht auf die Triebe und Ranken zu treten.

Zucchini_01

Verzehr – So könnt ihr euch schützen:

Probieren geht über Studieren… und das ist hier ganz wörtlich gemeint. Bitterstoffe gehen durch das Garen und Kochen nicht verloren, sie können aber von Gewürzen mitunter überdeckt werden und so eine versteckte Gefahr darstellen. Deshalb solltet ihr eurer Gemüse aus dem eigenen Garten vor der Zubereitung unbedingt probieren.
Auch wenn eine geerntete Frucht nur leicht bitter schmeckt solltet ihr sie schnell ausspucken. Man kann hier nicht nach dem Motto „Je bitterer – desto giftiger“ gehen. Auch leicht bitteres Gemüse kann stark giftig sein.

Habt ihr schon Erfahrungen mit bitterem Gemüse gemacht?

About Daniel

Die Beiträge entstehen in Zusammenarbeit mit meiner Freundin. Beide auf einem Hof aufgewachsen genießen wir nun zusammen das Landleben mit all seinen Vorzügen. Von Feld- und Waldspaziergängen, über einen großen Garten, bis zur Gesellschaft von Hühnern und Schafen. Ein Garten kann so vieles sein, Paradies, Oase, Urwald, Arbeit, Erholung, Experimentierkasten...

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